Seit Ende der 80er Jahre komme ich regelmäßig nach Rodenäs. Zuerst nur als Feriengast. Seit ich Rentnerin bin, lebe ich hier in Nordfriesland, nun schon mehr als fünfzehn Jahre.

 

Das Beobachten und Fotografieren der Vögel hat mir schon als junges Mädchen Freude bereitet. Mein Freund nahm mich damals oft mit in die Natur. Wir lagen im Gras und beobachteten die Bodenbrüter in unserer Heimat rund um Babelsberg.

Das Interesse daran und an das Fotografieren haben mich nie wieder verlassen. Dann folgten Arbeit, Weiterbildung und Berufstätigkeit. Einige Holpersteine, die es in jedem Leben gibt, wurden überwunden . Nach Studium und Selbständigkeit bekam die Fotografie und die Vogelbeobachtung endlich den nötigen Raum in meinem Leben.  Nun hatte ich Zeit für große, weite Reisen, zum Teil mit Profi Fotografen, auch in Fotocamps in Skandinavien. 

In dieser Zeit entstanden Freundschaften, die bis heute bestehen.

 

Eine besondere Herausforderung für mich waren immer die Adler: Seeadler in Mecklenburg-Vorpommern oder beim Fischfang an Norwegens Küsten, die Steinadler in Norwegen in den Bergen und natürlich die Weißkopfseeadler in Alaska.

Wohin ich auch reiste: Island, Spitzbergen oder die Estremadura, Andalusien, Mallorca oder die Kanarischen Inseln - 

Vögel waren immer zu entdecken. Neben den Seeadlern im Nordfjord östlich der Lofoten beobachtete ich dann auch noch Orcas. Oder im Nordpolarmeer, nördlich von Spitzbergen,  den spielerischen "Kampf" zweier halbstarker Eisbären zu beobachten, wie sie gemeinsam einen Schneehügel hoch krabbelten, dort angekommen wurde ein wenig gerungen und dann haben sie sich den Berg runterrutschen lassen. Der eine auf dem Po der andere mit Purzelbäumen. Solche Erlebnisse machen ein Leben reich an Erinnerungen. Nach vielen schönen Fotos wollte ich mich nun aber mehr auf das Verhalten konzentrieren. Eine extra Seite mit meinen Lieblingsbildern aus der ganzen Welt ist in Arbeit.

 

Jetzt mache ich hier in meiner neuen Heimat Nordfriesland, direkt vor meiner Haustür, die schönsten Beobachtungen. Immer wenn Vögel sich nicht so verhalten wie es in den Bestimmungsbüchern steht, filme ich sie besonders gern. Nun geht es mir nicht um fotografische Qualität sondern um kurze Dokumentationen aus der Situation heraus. Auf gutes Licht und Windstille kann ich oft nicht warten. Manche Aufnahmen entstanden auch im allerletzten Abendlicht. 

 

Ich filme überwiegend aus dem Auto heraus. Oder vom Esstisch beim Frühstück durchs Wohnzimmerfenster auf die Futterplätze in den Büschen und Bäumen in meinem Garten.  Es ist also für mich kein Problem, lange und geduldig auch bei schlechten Wetterbedingungen zu warten. So fallen mir immer wieder Besonderheiten auf. Vieles, was ich schon gefilmt habe, beeindruckt auch Fachleute. So sind mir häufig Fotos oder Clips gelungen, die eine bis dahin nicht bekannte Verhaltensweise der Vögel dokumentieren.